Was sich bei Langzeitausflügen ins All so ansammelt, muss irgendwann weg. Bloß wie? Mit unbemannten Raumfähren! "Progress" heißen sie und transportieren auf ihrem Hinflug Nahrung und Ausrüstung. Danach werden sie zum Mülleimer. Alles reingestopft, zugemacht und raus damit. Mülltrennung gibt's nicht, Müllverbrennung schon: Die Fähren verglühen in der Atmosphäre. Als Abfallsternschnuppe..
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Alle elektromagnetischen Wellen, die wir auf der Erde versenden, fliegen ins Weltall. Auch das Radio- oder Fernsehprogramm. Ob wir wollen oder nicht, Außerirdische bleiben von "Wetten dass" und "Beckmann" nicht verschont. Die Wellen sausen mit Lichtgeschwindigkeit dahin, mit knapp 300.000 Kilometern pro Sekunde.
Eine Rechnerei für den Ernstfall: Wenn der Musikantenstadl um 20.15 Uhr startet, singen die Wildecker Herzbuben schon 1,3 Sekunden später auf dem Mond. Die Sonne erreichen sie acht Minuten später, an die Grenze unseres Sonnensystems klopfen sie nach 14 Stunden. Der Andromeda-Nebel hat's besser, dort schunkeln die Sangesbrüder erst nach 2,5 Millionen Jahren..
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Seit einiger Zeit basteln Forscher an einer Lösung: Ein Satellit soll mit einem Schleppnetz den Schrott in einen Friedhofsorbit ziehen. Eine orbitale Reinmachfrau, damit der Himmel nicht voller Abfall hängt
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Anderthalb Jahre lang war Matroshka die einsamste Puppe unseres Sonnensystems. Festgezurrt mit Stahlseilen, im bitterkalten Weltall hing sie draußen an der Internationalen Raumstation (ISS), in einem Dauerfeuer hochenenergetischer Teilchen von der Sonne und aus den Tiefen des Alls. Ein wissenschaftliches Experiment. Matroshka ist einem menschlichen Torso nachempfunden. Sie hat einen Kopf und einen Oberkörper, sogar Organe. Mit mehr als 6000 Strahlungsmessgeräten sind ihre Innereien gespickt. So wollten Wissenschaftler herausfinden, wie schädlich kosmische Strahlung für Menschen ist und was an Raumanzügen fürderhin verbessert werden muss.
Matroshka ist mittlerweile wieder innerhalb der heimeligen Hülle der Raumstation. Aber ihre Arbeit ist noch lange nicht beendet: Nun misst sie die Strahlung im Inneren der ISS. Auch dort sind die Astronauten nicht sicher.

Seebestattungen sind ein alter Hut. Der mondäne Tote lässt sich ins All schießen. In den USA schickt ein privates Raumfahrtunternehmen Menschenasche in den Weltraum. Verschiedene Angebote gibt es schon. Beim "Earth-Return-Service" fliegt die Urne nur bis zur Weltraumgrenze und segelt hernach gemütlich mit einem Fallschirm zurück, die billigste Methode. Sie kostet ca. 500 Dollar. Höher im Orbit wird's teurer. Für 1000 bis 7000 Dollar umkreisen die eigenen Überreste ein paar Jahre lang die Erde, in einer Kapsel an einem Satelliten. Ehe sie in der Atmosphäre zum zweiten Mal feuerbestattet werden.
Zudem plant das Unternehmen eine nimmer endende Reise der Voyager-Art. Die Urnen fliegen auf einer Sonde an den Rand unseres Sonnensystems.

Sterne leuchten, und das finden viele Romantiker zum Seufzen schön. Vielen Wissenschaftlern indes ist ihr grelles Licht bisweilen ein Gräuel. Denn es erschwert die Suche nach nicht leuchtenden Dingen in der schwarzen Tiefe des Alls. Besonders nach Planeten. Bisher wurden etwa 250 außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Wenn die Sterne nicht mehr die Teleskope blenden, könnten es bald mehr sein. Deswegen hat der amerikanische Forscher Webster Cash nun den Sonnenschirm im All vorgeschlagen. Eine schwarze Scheibe, geformt wie eine Sonnenblumenblüte mit einem Durchmesser von 30-50 Metern. Sie soll im Erdorbit das Licht eines Sterns abdecken - und so haben die Teleskope freie Sicht. Der Haken: Die Schattenspender müssten 40.000 Kilometer von der Erde entfernt sein, und der Transport wäre teuer.
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