Donnerstag, August 23, 2007

GOOGLE SKY ...on earth

....jetzt Google und dann wir alle:
Mit der Google-Earth-Erweiterung Sky fliegen Nutzer ab sofort zu den Sternen empor.
Natürlich virtuell...

Rund 22 Millionen Dollar zahlte der US-Millionär Dennis Tito für seinen Urlaub.
Als erster Weltraumtourist verbrachte der damals 60-Jährige acht Tage im All.
Bislang haben es ihm vier weitere Wohlhabende nachgemacht: Charles Simonyi, Mark Shuttleworth, Gregory Olsen und Anousheh Ansari.
Google will nun auch weniger Betuchten den Blick ins All ermöglichen.

Saturn und Sterne: Die astronomischen Bilder und Daten liefern mehrere wissenschaftliche Institutionen, zum Beispiel die US-Weltraumbehörde Nasa...
Zwar steigt der Internetkonzern nicht ins Reisegeschäft ein; aber die neue Funktion Sky im Online-Atlas Google Earth eröffnet den Nutzern einen Blick ins Universum. Während man bei Google Earth über die Erde schwebt, reisen die Nutzer via Zusatzfunktion Sky durch die Galaxis: durch Asteroidenfelder, Planetensysteme, Sternenhaufen - vom Orion-Nebel zum Sternenkopfnebel und wieder zurück zur Erde.
Pop-up-Fenster liefern dabei Informationen zu den jeweiligen Stationen...

Die vielen Gesichter einer Galaxie:
In der ersten Version von "Google Sky" gibt es zunächst nur englische Texte;
eine deutsche Version ist in Planung...

Beeindruckender Orion-Nebel:
Google-Sky-Nutzer können Sterne und Planeten gezielt suchen und über den Horizont schwenken

Stellare Erscheinung:
Himmelsgucker können sich auch hochaufgelöste Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble ansehen...
Durch insgesamt hundert Millionen Sterne kann man sich bewegen. Nicht zu allen gibt es nähere Informationen, dafür ist die Darstellung stets perspektivisch korrekt. "Der Blick ins All wird vom jeweiligen Standpunkt aus berechnet, auch die Planetenlaufbahnen werden korrekt angegeben", erläutert Google-Ingenieur Samuel Wiedmann im Hamburger Planetarium. Eine Mond- und Planetenphasen-Anzeige ermöglicht es dem Nutzer, durch die Zeit zu reisen, Planetenbahnen bis zu zwei Monate in die Zukunft zu verfolgen...

Gigantischer Wirbel:
Aufgrund seiner Form erhielt dieses Sternsystem
den Namen Whirlpool-Galaxie...
Spektakuläre Bilder liefert der Menüpunkt HST: Die Nasa beziehungsweise die Esa stellte 129 Bilder zur Verfügung, aufgenommen von dem Hubble Space Telescope (HST). Weitere Funktionen sind ein Online-Atlas für Hobby-Astronomen, ein Tool für touristische Rundflüge durch die Tiefe des virtuellen Raums und eine Art Sendung-mit-der-Maus-Trip, in dem der Lebenszyklus eines Sterns erklärt wird.

Reliefkarte des Mondes:
ie ist Teil der Nasa-Software.
Die unterschiedlichen Farben markieren unterschiedliche Höhen...

Mond virtuell: Freier Flug über den Erdtrabanten
das ist schon möglich mit dem Nasa-Programm "World Wind"...
Um die Weltallkarte zu erstellen, wurden Bilder mehrerer wissenschaftlicher Institutionen und Projekte miteinander verknüpft. Mit dabei: das Space Telescope Science Institute (STScI), der Sloan Digital Sky Survey (SDSS), das Digital Sky Survey Consortium (DSSC), das CalTech's Palomar Observatory, das United Kingdom Astronomy Technology Centre (UK ATC) und das Anglo-Australian Observatory (AAO)...

Ein Loch ist im Mond - zumindest in "World Wind":
Trotz des detaillierten Bildmaterials ist nicht jeder Mondfleck kartiert...
Der Zugriff auf die neue Funktion Sky erfolgt im Programm Google Earth: Über das Menü "Ansicht" kommt man durch einen Klick auf die Schaltfläche "Zu Sky wechseln". Benutzeroberfläche und Navigation ähneln der üblichen Steuerung von Google Earth und beinhalten die bekannten Befehle "Verschieben", "Zoomen", "Suchen", "Meine Orte" sowie die Ebenenauswahl. Um auf Sky zugreifen zu können, ist die Installation der neusten Google-Earth-Version erforderlich...

Mond aus der Nähe:
Für alle, die nicht in kalten Nächten durchs Teleskop spähen möchten ...

Virtuelle Weltraum-Pioniere schon lange online

Im übrigen ist Google Sky bei weitem nicht die erste Software, die virtuelle Rundflüge durchs All ermöglicht: Die Open-Source-Software Celestia ermöglicht dies schon seit langem - mit spektakulären Bildern. Das Kartenmaterial der Basis-Software umfasst den gesamten Hipparcos-Katalog, insgesamt rund 120.000 Sterne....


3D-Effekt:
Die Höhenkarte des Mondes wird in dreidimensionale Landschaften umgerechnet...


Installiert man die rund zehn Gigabyte schweren Erweiterungen, kommen weitere Objekte und Funktionen hinzu - darunter auch von Nutzern generierte Touren durch unser Sonnensystem, Dokumentationen über die Geburt und den Tod von Sternen oder eine Simulation des fiktiven "Star Wars"-Universums inklusive Todesstern. Über eine integrierte Videofunktion kann sich der Nutzer beim Gleitflug durchs All sogar filmen, in einer maximalen Auflösung von bis zu 720 mal 576 Pixeln...

Tiefe Krater, enge Schluchten: "World Wind" vermittelt ein beeindruckendes Gefühl von der wechselvollen Mondlandschaft.

In Kratern sind kleinere Krater erkennbar...Auch World Wind, der Satellitenbild-Atlas der Nasa, bietet gestochen scharfe 3D-Aufnahmen der Satelliten und Space-Shuttles. Wer dem Programm zwei Gigabyte Festplattenplatz einräumt, schwingt sich ins Weltall auf und umrundet den Mars. Mit der ebenfalls kostenlosen Software Stellarium kann man sich den Sternenhimmel so anzeigen lassen, wie man diesen zu einer gegebenen Zeit an einem gegebenen Ort in einem gegebenen Raumwinkel sehen könnt...




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Samstag, August 11, 2007

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11. August 2007
Zugegeben, es gehört eine ordentliche Portion Optimismus dazu, sich in diesem Sommer auf ein Himnelsereignis zu freuen. Für die meisten Menschen im weithin durchnässten Deutschland wäre es schon Schauspiel genug, endlich einmal wieder die Sonne zu sehen. Da trifft es sich gut, dass in diesen Tagen himmlische Hilfe heraneilt. Wer daran glaubt, dass sich Wünsche erfüllen, wenn man eine Sternschnuppe am Himmel aufleuchten sieht, der sollte in den beiden kommenden Nächten nach Wolkenlücken Ausschau halten. Denn die Erde wird in einen Sternschnuppenstrom eintauchen, und es wird reichlich Gelegenheit geben, sich zum Beispiel eine viel schönere zweite Sommerhälfte zu wünschen, was man bekanntlich aber niemandem verraten darf. Denn sonst, so sagt der Volksglaube, geht der Wunsch nicht in Erfüllung.

Die „beste Zeit für Wünsche“, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer Mitteilung schreibt, bricht alljährlich Mitte August über uns herein. Dann stürzt der Meteorschauer der „Perseiden“ auf uns herab und beschert uns einen wahren Sternschnuppenregen. Verantwortlich für die himmlischen Glühwürmchen ist aber leider kein kosmischer Glücksbote, sondern kühle Himmelsmechanik.

Erde bewegt sich durch den Schweif

Auf ihrem Weg um die Sonne durchquert unsere Erde in den Tagen zwischen dem 10. und 14. August eines jeden Jahres jene Bahn, die der Komet Swift-Tuttle um unseren Stern zieht (siehe dazu auch den Orbit von Swift-Tuttle im Diagramm (Nasa)). Der Schweifstern, von den Herren Lewis Swift und Horace Tuttle im Jahr 1862 unabhängig voneinander entdeckt, benötigt 133 Jahre, um unsere Sonne auf einer elliptischen Bahn einmal zu umrunden. Dabei tut er, was Kometen in erster Linie tun: Er verliert neben allerhand Gasen tonnenweise Staub, Eis- und Gesteinsbrocken - je näher er der heißen Sonne kommt umso mehr.

Dadurch entsteht der für Kometen charakteristische Schweif, der sich über viele Millionen Kilometer erstrecken kann. Für uns bedeutet das: Swift-Tuttle ist zwar längst weitergezogen, aber sein Schweif reicht immer noch an die Erde heran - und sogar darüber hinaus. Bewegt sich unser Planet also in die Bahn des Kometen, so taucht er in den Schweif ein. Die Folge ist ein wahres Bombardement von Staubpartikeln, Krümeln kleinen Steinen und auch größeren Brocken. Sie alle verglühen in der Erdatmosphäre oder prallen von ihr ab, wobei die bekannten Leuchtspuren am Himmel entstehen: verglühende Meteore, besser bekannt als Sternschnuppen.

Wirklich jeder kann zuschauen

Das Schöne an dem Schnuppenschauer der „Perseiden“ ist, dass es sich um ein Himmelsschauspiel handelt, das wirklich jeder beobachten kann. Denn mal ehrlich: Selbst jene astronomischen Ereignisse, die nach Aussage der professionellen Sternbeobachter „leicht mit bloßem Auge“ zu beobachten sein sollen, sind für den ungeübten, gelegentlichen Himmelsgucker trotzdem nur schwer zu erspähen. Das ist in diesem Fall anders. Schauen soll man auf jeden Fall mit dem bloßen Auge, Hilfsmittel wie Feldstecher schränken nur das Sichtfeld ein, so dass die Chancen sinken, eine Sternschnuppe zu erhaschen.

„Das Phänomen verteilt sich ja über den ganzen Himmel“, sagt Wolfgang Steinicke, Sprecher der Vereinigung der Sternfreunde. Im Grunde müsse man sich nur etwas Zeit nehmen, am besten eine Stelle fern von den Lichtern der Stadt suchen und in den Himmel schauen. Mit ein wenig Geduld werde man ganz bestimmt etliche Sternschnuppen sehen - zumal in diesem Jahr Neumond herrscht, es also besonders dunkel sein wird. „Da wird man auch die kleineren, weniger hellen Schnuppen sehen können“, freut sich Steinecke schon auf eine ereignisreiche Nacht im gemütlichen Liegestuhl - das Firmament fest im Blick.

Bis zu 60 Schnuppen pro Stunde

Wer genau hinschauen mag, der richte seinen Blick in einer der beiden kommenden Nächte mit Einbruch der Dunkelheit, also ab etwa 22 Uhr, in östlich-südöstliche Richtung. Dort findet sich am Himmel das Sternbild Perseus, aus dem die Sternschnuppen auf den Betrachter zuzuströmen scheinen - daher auch der Name „Perseiden“. Zur Orientierung: In unmittelbarer Nachbarschaft zu Perseus findet sich das auffällige sogenannte „Himmels-W“, das Sternbild Cassiopeia. Die Sternformation in Form eines W ist auch für Ungeübte leicht aufzufinden. Zwischen den beiden genannten Sternbildern treffen die „Perseiden“ ein.

Bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde versprechen uns die Astronomen. Die besten Aussichten gibt es in der Nacht von Sonntag auf Montag, wobei das absolute Schnuppen-Maximum leider erst am Montagmorgen um acht Uhr erreicht wird. Dann ist es längst so hell, dass schon ein veritabler Brocken auf die Atmosphäre prallen müsste, um eine auffällige Leuchtspur am Taghimmel zu erzeugen.

Kleine Partikel, große Wirkung

Diese größeren Stücke werden Boliden oder Feuerkugeln genannt. Die meisten Sternschnuppen entstehen dagegen aus Partikeln, die nur ein bis zehn Milimeter groß sind. Angesichts des schönen und romantischen Himmelsschauspiels, das diese Winzlinge auslösen, mag man sich gar nicht vorstellen, wie eine finale Perseiden-Vorstellung aussehen könnte. Denn da die Erde den Schweif des Kometen durchfliegt und damit seine Bahn kreuzt, ist es denkbar, dass unser Planet eines fernen Tages auch auf den Komentenkern selbst treffen könnte. Gegen das, was der derzeit etwa 31 Kilometer im Durchmesser große Swift-Tuttle dann auf der Erde anrichten würde, ist ein verregneter Sommer allemal die kleinere Katastrophe.

Die kommenden Nächte sollen übrigens vielfach klar werden, verspricht der Deutsche Wetterdienst. Wer also einige Sternschnuppen erhascht, sollte vielleicht späteren Generationen wünschen, dass ihnen eine solche Katastrophe erspart bleibt. Wir können dagegen unbeschwert genießen: Erst im Jahr 2126 wird Swift-Tuttle sich der Erde wieder nähern - und in einigem Abstand vorbeiziehen.

http://neo.jpl.nasa.gov/orbits/images/test9034.gif

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